01 Oct 2020

IVSS und IOSH bündeln ihre Kräfte für Arbeitsschutz-Schulungen

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Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) hat eine Vereinbarung mit der Arbeitsschutzanstalt Institution of Occupational Safety and Health (IOSH) unterzeichnet, mit dem Ziel, hochwertige Schulungen zum Thema Arbeitsschutz anzubieten. Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der Vision Zero-Strategie und beinhaltet ein Verfahren für die Akkreditierung und Zulassung von Vision Zero-Schulungsleitern.

Die Vereinbarung stellt einen weiteren Schritt im Rahmen der Umwandlung der Vision Zero-Kampagne zu einer eigentlichen Strategie dar. Die vom Besonderen Ausschuss für Prävention der IVSS angestoßene Kampagne Vision Zero wurde im Jahr 2017 auf dem Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Singapur lanciert. Sie basiert auf der Philosophie, dass alle Berufsunfälle, Berufskrankheiten und beruflichen Schadensfälle vermeidbar sind, und war von Anfang an ein großer Erfolg. In nur drei Jahren haben bereits mehr als 12 600 Organisationen, Firmen und Arbeitsschutz-Schulungsleiter durch die Unterzeichnung der Kampagne ihre Unterstützung bekundet.

Aufbau hochwertiger Schulungen

Die IOSH ist die weltweit führende, staatlich anerkannte Berufsorganisation für Fachleute im Bereich Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden bei der Arbeit. Die IVSS ihrerseits hat im Rahmen der Vision Zero-Kampagne Zugang zu nahezu 1 200 engagierten Arbeitsschutzausbildern. „Durch die Bündelung ihrer Kräfte können IVSS und IOSH hochwertige Ausbildungskapazitäten entwickeln, gestützt auf die 7 Goldenen Regeln von Vision Zero. Dies ist eine entscheidende Grundlage, um die Vision einer Welt ohne beruflich bedingte Krankheiten, Verletzungen oder Todesfälle voranzubringen“, erklärte Marcelo Abi-Ramia Caetano, Generalsekretär der IVSS.

Evidenzbasierte Forschung und gute Praxis haben gezeigt, dass die Schulung von Verwaltungsbeamten, Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Bereich Prävention die Anzahl an beruflich bedingten Verletzungen, Unfällen und Erkrankungen bedeutend verringern kann. Dadurch wird nicht nur das Leiden der Betroffenen gemindert, sondern es können auch umfassende Einsparungen erzielt werden – für Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Organisationen der sozialen Sicherheit und die Gesellschaft. Bev Messinger, CEO von IOSH, erläuterte: „Indem wir das international anerkannte Fachwissen von IOSH in der Arbeitsschutzschulung mit dem Einfluss und der Expertise der IVSS in der sozialen Sicherheit verbinden, können wir uns gemeinsam für weitere Fortschritte zur Verhütung von Schaden bei der Arbeit einsetzen und unsere gemeinsame Vision einer sichereren, gesünderen Arbeitswelt erreichen.“

Ein sicheres und gesünderes Leben bringt Einsparungen

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) verliert die Menschheit durch betriebliche Unfälle und Berufskrankheiten nahezu 4 Prozent des weltweiten BIPs. Ein Bericht der IVSS hat überdies aufgezeigt, dass 76 Prozent der Unternehmen der Ansicht sind, zusätzliche Investitionen in Arbeitsschutz würden die langfristigen Kosten ihrer Firma entweder verringern (52 Prozent der Befragten) oder sich als kostenneutral erweisen (24 Prozent der Befragten).

Das neue Vision Zero-Schulungsprogramm soll während der virtuell abgehaltenen Sondertagung des Weltkongresses zu COVID-19 und Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit nächste Woche offiziell vorgestellt werden. Alle Vision Zero-Schulungsleiter sind eingeladen, sich für das von IOSH in Zusammenarbeit mit der IVSS angebotene Zertifizierungsprogramm anzumelden. Die Sondersitzung des Weltkongresses wird zudem Gelegenheit bieten, mehr über die neuen Proaktiven Steuerindikatoren zu Vision Zero zu erfahren. Hierbei handelt es sich um einen Leitfaden zur Erfassung und zum Management von Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden bei der Arbeit.